Rotenburg. Google hat der Bunderegierung zugesichert, dass das Street-View Projekt in Deutschland erst online geschaltet wird, wenn ausnahmlos alle Widersprüche beseitigt sind. Die Stadt Rotenburg hat dafür auf eigener Initiative eine Sammelwiderspruchsliste für die Bürger der Stadt ausgelegt. Sowohl Eigentümer als auch Mieter können Widerspruch einlegen. Wird in einem Mehrparteienhaus von einer Miet- oder Eigentümerpartei Widerspruch eingelegt, wird das gesamte Gebäude unkenntlich gemacht. Grundsätzliche gilt: Bevor nicht alle betreffenden Gebäude unkenntlich gemacht worden sind, darf Street View nicht gestartet werden. Die Liste liegt bis zum 31. Juli 2010 am Info-Punkt des Rathauses aus und wird dann von der Stadt im Namen der Unterzeichner an die Google Germany GmbH gesendet.
Außerdem ist die Liste nur für die Stadtbewohner zugänglich. Auf Nachfrage gab ein Mitarbeiter der Stadt den Tipp, dass sich Anwohner anderer Orte an die zuständigen Gemeinden wenden sollten. Ansonsten kann man sich auf der Homepage des
Datenschutzzenztrums Schleswig-Holstein genauer über das Widerspruchsverfahren informieren, sowie einen Musterwiderspruch zum Download ausdrucken. (
mr)
Und das schrieben wir am 4. Mai 2010
Kreisweit. Dekoriert eure Vorgärten, stellt den riesigen rosa Flamingo auf, holt die Weihnachtsdekoration hervor. Google übernimmt die Welt und damit auch unsere Nachbarschaft, der Quell einer der wichtigsten Kontroversen der letzten Zeit kommt: Google Street View.
Aber wie Kollege (
ah) uns vor kurzer Zeit
aufklärte ist die Idee sowieso nur geklaut. Der Rotenburger Klaus Kans hatte schon vor einer Dekade ein Street View für die Rotenburger Innenstadt eingerichtet. Sicherlich hat er dies aber nicht mit komischen Autos mit Dachkamera gestaltet, sondern ist bestimmt noch persönlich von Laden zu Laden gegangen und hat selber Fotos gemacht.
Die besagten Autos kommen nun im Mai auch in unsere
Gegend. Doch was tun, wenn diese unheimlichen schwarzen Modelle vor der Haustür stehen? Der eine mag vielleicht nochmal schnell den Rasen mähen, das Auto waschen, Unkraut zupfen um ein möglichst schönes Foto von seiner Bleibe zu bekommen. Schließlich soll man sich ja nicht vor thailändischen Internetsurfern schämen müssen, die nun massenhaft virtuellen Tourismus im ROW-/ HB-People Land betreiben. Oder bauen wir einen riesigen schwarzen Balken vor die Tür?
Der ROW-/ HB-People Vier-Punkte-Plan zum Schutz gegen Google
Redaktionsintern haben wir für euch einen Vier-Punkte-Plan ausgearbeitet, wie ihr im Falle einer Begegnung mit einem Googlemobil reagieren solltet:
1. Alle personenbezogenen Daten unter den Arm klemmen und sicher hinter dem Haus vergraben.
2. Sich vor die Kamera stellen und mit Flyern unseres Onlinemagazins wedeln.
3. Den Abschleppdienst rufen.
4. Weiter Pornos googeln.
Wann aber die riesigen Bildergalerien unserer Welt online gehen, steht noch nicht fest. Da in Deutschland immer alles komplizierter ist, muss Google hierzulande einige Maßnahmen zum Datenschutz umsetzten, die den Start verzögern können. Man geht aber davon aus, dass Google Street View für Deutschland noch in diesem Jahr online geht. (
mr)