Hamburch. Die Norweger
Minor Majority schaffen mit ihren Songs eine ganz eigene Atmosphäre. Leicht melancholisch, introvertiert und doch irgendwie positiv. Die klare und einprägende Stimme von Pal Angelskar bohrt sich in den Gehörgang und hinterlässt einen leicht bitteren Nachgeschmack. Auch, wenn man sagen muss, dass die Texte meist über die üblichen Dinge wie Liebe, gescheiterte Beziehungen und Herzschmerz vom allerfeinsten handeln, geht Minor Majority einen Schritt weiter.
Manchmal erreicht man Menschen einfach nicht. Minor Majority tuns. Sie regen zum Nachdenken an und schaffen es durch Tiefsinn, nicht in eine Klischeeschublade gesteckt zu werden. „Alle Männer sind Arschlöcher, außer der Sänger von Minor Majority. Jemand der solche Texte schreibt, kann keins sein.“ (Zitat einer Freundin)
Ursprünglich wurde die Band als Duo vom Sänger und Gitarristen Pal Angelskar sowie Andreas Berczelly (Keyboards) gegründet. Mittlerweile haben sich Jon Arild Stieng (zweiter Sänger und Gitarrist), Henrik Harr Wideröe (Bass) und Halvor Högh Winsnes (Schlagzeug) zu ihnen gesellt und gehen gemeinsam auf Tour.
Das Debütalbum "Walking Home From Nicole's“ erschien 2001 und ist zwar mit mäßigem Erfolg gekrönt, bekommt in Norwegen aber gute Kritiken. Erst 2004 schaffen sie mit „Up for you and I“ den nationalen Durchbruch. In Deutschland sind sie ein Insider, aber auch hier kommt die nordische Melancholie gut an.
Songs wie „Come back to me“, „In that premature way“ oder „Smile at everyone“ klingen zwar melancholisch, machen aber nicht traurig. Viele der männlichen Leser würde jetzt sagen, dass hier von Frauenmucke die Rede ist, aber wer Minor Majority sich nicht mal aufmerksam anhört, hat keine Ahnung. Ruhige Musik, viele Balladen und doch kraftvoll.
Wer die Nordmannen live erleben will, kommt am 08. September ab 21 Uhr ins
Headcrash nach Hamburg. (
fh)