12.09.2005: Olli rockt Olli Schulz und sein Hund Marie rocken den Tower
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Er steht auf der Bühne und gibt alles. Witze, Schweiß, Steilvorlagen und Kritikpunkte. Mit seiner Band (in glänzender Spiellaune, ja!) im Rücken steht er da und kriegt jeden. Scheinbar auch wirklich jeden, denn nur selten war es so voll im Tower wie am letzten Donnerstag.
Dicht an dicht schwitzten die Menschen und bildeten das wohl witzigste Metalpublikum der Welt. War Olli Schulz (Foto: Tower) schon immer eine Rampensau, so verdient er wohl mittlerweile den Titel "König der Rampensäue und noch ihr Kaiser darüberhinaus". Zu Beginn des Konzertes noch gekonnt ein Making of zum Video "Ankunft der Marsianer" anmoderiert, lässt Hamburgs unbeliebtester Countrysänger danach kein Auge trocken, kein Zwerchfell ungenutzt, keine Emotion aus. Gassenhauer wie "Nimm mein Mixtape, Babe" und der "Song ohne Grund" in neuen Versionen fanden Platz neben den Klamaukhöhepunkten "Human of the week" und "Bettmensch". Die großartigen Midtempo-Songs "Dann schlägt dein Herz" und "Durch die Nacht" wirkten passend im Set zu ernsteren Stücken wie "Schon lange was defekt".
Und genau das macht Olli Schulz' Konzerte aus, genau diesen Mix hat er in den letzten zwei Jahren mehr und mehr perfektioniert. Während er in der einen Minute zum 4tausendsten Mal die Geschichte mit dem Metalsänger und der absterbenden Hand erzählt, empfiehlt Tom Petty zu hören und es schafft das eher ruhige Publikum in einen Moshpit zu verwandeln, singt er im nächsten Moment über gebrochene Herzen und stellt seinen neuen, wohl doch politischen Song "Ölmann" vor. Das alles klingt zusammen unwirklich, ist aber wahr und wirkt wunderbar echt und passend.
Auch das Zusammenspiel mit dem Hund Marie Max Schröder und den "Ergänzungsmusikern" aus dem GHvC-Umfeld wirkt sehr viel routinierter als noch vor wenigen Monaten. Mittlerweile haben alle Songs ein wirkliches Arrangement, der Einsatz von Shakern und Gitarren wirkt geplant und lässt kleinere Timinghacker unwichtig erscheinen. Lange könnte ich mich jetzt über Authentizität, Entertainerqualitäten und Songwriting auslassen, aber nachdem Olli Schulz "deutsche Hits mit drei einfachen Akkorden" vorgeführt hat und den "Klappskalli" tanzte, gehe ich auch einfach so in die Knie. Großartig, Danke. (km)
Letzter Kommentar von Hannes B:
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