Geschafft: Das Scheeßeler Freibad heißt nicht "Freibad Waidmannsruh", sondern dann doch "Beeke-Bad". Sicher kein Name für Kreativpreise, aber immerhin. Die gut gemeinte Idee, mal die Öffentlichkeit per Internet abstimmen zu lassen,
ging dabei wenigstens ansatzweise in die Hose, als die Umfrage "manipuliert" wurde. Für den UFS-Fraktionsvorsitzenden Detlef Steppat hängt nun der Gemeindesegen schief: Verschaukelt fühlt er sich, der Rat und die gesamte Öffentlichkeit dürfe sich ihm anschließen.
Die Sache nun zur staatstragenden Angelegenheit hochzuspielen, ist nicht direkt lächerlich aber mindestens ein Grinsen wert. Denn trotz der wirklich guten Idee, die Bevölkerung via Netz zu aktivieren, gibt es da doch diesen einen kleinen Denkfehler, der auch in Journalismus und Werbung On- und Offliner trennt: Herr Steppat sucht den Bösewicht im Kreise der eigenen Gemeinde. Es könnte auch ein russischer Bot gewesen sein. Und überhaupt: Er stellt die Wer-war-das-Frage.
Eine schwierige Frage, der zum Beispiel die Film- und Musikindustrie auch gern nachgehen würde. Und so ziehen die Schattenseiten interaktiver Kommunikation in Scheeßel ein. Was soll der beherzte Datenschützer von solchen Vorstößen aus der Politik halten? Auf Bundesebene würd's nun Schelte hageln. Auf Lokalebene, na gut, grinsen wir halt. Schwamm drüber. Nächstes Mal. Denn die Idee mit dem Voting an sich ist ja toll, wenn auch noch etwas unausgegoren und naiv.
Trotzdem wären da noch einige Fragen, die viel wichtiger sind als das "wer". Zum Beispiel die: Wieso ist es anno 2010 eigentlich möglich, bei einer Umfrage mit ernsthaftem Hintergrund mehrfach zu voten? Oder auch die hier: Wie hat sich überhaupt dieser seltsame Name eingeschlichen, der assoziiert, man würde sich neben Waidmännern auf der Liegewiese entspannen? Und zuletzt mal die: Stand eigentlich irgendwo geschrieben, dass man nicht mehrfach seine Stimme abgeben darf?
Waidmanns Heil:
(ah)